Viele Wege führen zur Regenbogenfamilie

(c) LSVDImmer mehr Lesben und Schwule entscheiden sich dafür, leibliche Kinder zu bekommen oder Kinder bei sich aufzunehmen, um mit ihnen als Familie zu leben. Viele Wege führen zur Regenbogenfamilie und Regenbogenfamilie ist nicht gleich Regenbogenfamilie. Sie unterscheiden sich bisweilen erheblich in ihren Entstehungsdynamiken, ihren rechtlichen Absicherungen und in der gesellschaftlichen Wahrnehmung.

So ist das deutsche Familienrecht nicht darauf ausgelegt, dass es gleichgeschlechtliche oder mehr als zwei Elternteile geben kann. Allerdings wurde der Gesetzgeber in den letzten Jahren wiederholt vom Bundesverfassungsgericht aufgefordert, Regenbogenfamilien anzuerkennen und eingetragene Lebenspartnerschaften mit der Ehe gleichzustellen. Im Urteil zur Sukzessivadoption wurde dabei betont, dass Regenbogenfamilien den Schutz durch Art. 6 GG genießen.

Regenbogenfamilien mit Kindern aus heterosexuellen Beziehungen
Viele Regenbogenfamilien entstehen dadurch, dass ein leibliches Elternteil nach einem späten Coming-out eine neue gleichgeschlechtliche Beziehung eingeht. Mit der Möglichkeit der Stiefkindadoption (2005) kann in Eingetragenen Lebenspartnerschaften die neue Partnerin bzw. der neue Partner die leiblichen Kinder der Partnerin bzw. des Partners annehmen. Dafür braucht es die Zustimmung des anderen leiblichen Elternteils, da dessen rechtliches Verwandtschaftsverhältnis mit dem Kind dann erlischt. Nicht selten werden in die neuen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften weitere gemeinsam gewünschte Kinder geboren.

Erfüllung des Kinderwunsches mit anonymer Samenspende
Lesbische Frauen erfüllen sich ihren Kinderwunsch häufig mit Hilfe eines anonymen Samenspenders und entscheiden sich für die Unterstützung durch eine Samenbank und ärztliches Personal. In Deutschland wird das regional unterschiedlich umgesetzt und (damit) kompliziert. Es gibt zwar kein offizielles Verbot. Doch die Bundesärztekammer empfiehlt in ihren „Richtlinien zur assistierten Reproduktion“ von 2006, dass nur heterosexuellen verheirateten Frauen auf diesem Wege geholfen werden sollte (siehe). Zudem werden die Kosten nur bei verheirateten Paaren von der Krankenkasse übernommen. Viele Frauen fahren deshalb zum Beispiel in die Niederlande, nach Dänemark oder Spanien, wo es längst einen freien Zugang zur Reproduktionsmedizin gibt. Aufgrund der nach wie vor fehlenden Gleichstellung im Abstammungsrecht ist nach der Geburt nur die leibliche auch rechtliche Mutter. Ihre Lebenspartnerin wird im zeitaufwendigem wie bürokratischen Prozess der Stiefkindadoption geprüft. So kann es bis zu einem Jahr dauern, bis das gemeinsam geplante Wunschkind auch zwei sorgeberechtigte Eltern hat. Die Kinder können in der Regel mit 18 Jahren erfahren, wer der genetische Erzeuger ist.

Pflegefamilien
Es gibt Kinder, die aus verschiedensten Gründen nicht in ihren Herkunftsfamilien bleiben können und ein neues Zuhause suchen. Das Pflegekinderwesen ist kommunal geregelt und so werden inzwischen in mehreren Bundesländern Lesben und Schwule aktiv als mögliche Pflegefamilien angesprochen. Insbesondere für Schwule, die biologisch und rechtlich weniger Möglichkeiten haben mit leiblichen Kindern zu leben, ist dies eine Möglichkeit, Familie zu sein. Wenn Lesben und Schwule ein oder mehrere Pflegekinder aufnehmen, so ist dies in der Regel auf Dauer angelegt und kann unter Umständen zu einer Adoption des Pflegekindes führen. Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sukzessivadoption (2013) (siehe) können auch nichtleibliche Kinder des Lebenspartners bzw. der Lebenspartnerin angenommen werden.

Adoption eines nichtleiblichen Kindes
Einen Kinderwunsch durch (die) Adoption eines nichtleiblichen Kindes umzusetzen, gestaltet sich im In– und Ausland derzeit als äußerst schwierig. Im Ausland gibt es nur wenige Agenturen, die mit gleichgeschlechtlichen Paaren zusammenarbeiten wollen. In Deutschland stellt sich die Regierungspartei CDU/CSU mit Bundeskanzlerin Merkel nach wie vor gegen ein gemeinsames Adoptionsrecht (siehe). Auch bei vielen zuständigen Behörden ist der Vorbehalt noch sehr groß. Allerdings gibt es auch in Deutschland einzelne Agenturen, die Lesben und Schwule bei Auslandsadoptionen begleiten.

Regenbogenfamilien in Mehrelternmodellen
Immer mehr Lesben und Schwule leben auch gemeinsam neue Familienmodelle. So können sich etwa zwei Mütter und ein Vater, zwei Väter und eine Mutter oder zwei Mütter und zwei Väter gemeinsam um ein Kind kümmern. In diesen Konstellationen gibt es viele Möglichkeiten, wie biologische, rechtliche und soziale Elternschaft entschieden und gelebt werden. Viele lesbische Frauen wünschen sich für ihr Kind einen präsenten Vater und suchen einen schwulen Mann oder ein schwules Paar. Je nachdem, auf welcher rechtlichen Basis der Vater seine Elternrolle leben möchte, kann durch die nichtleibliche Mutter eine Stiefkindadoption mit Einwilligung des Vaters vorgenommen werden. Der biologische Vater gibt in dem Fall das Kind zur Adoption für die Lebenspartnerin der leiblichen Mutter frei. Für viele Regenbogenfamilien ist dies ein optimaler Weg. Der Vater kann als sozialer Vater an der Familie beteiligt bleiben, aber die Entscheidungen und das Lebensumfeld des Kindes liegen in der Regel bei den Müttern. In den Fällen, in denen alle gleichberechtigt rechtliche Eltern sein wollen, wird es komplizierter, da das Familienrecht insgesamt nur zwei rechtliche Eltern vorsieht. Um einen Ausgleich zwischen den beteiligten Eltern zu schaffen, kann eine Variante gewählt werden, die für die nichtleibliche Mutter in der Eingetragenen Lebenspartnerschaft das kleine Sorgerecht, also die Alltagssorge, vorsieht. In diesem Fall kann der Vater die Vaterschaft mit Unterhaltspflicht und Umgangsrecht anerkennen.

Ausnahmslos sind Kinder in Regenbogenfamilien Wunschkinder. Laut einer durch das Bundesministerium für Justiz beauftragten und von Martina Rupp durchgeführten Studie zur „Lebenssituation von Kindern in Eingetragenen Lebenspartnerschaften“ haben sie alle Chancen und Möglichkeiten. Hinsichtlich Persönlichkeitsentwicklung, der schulischen und beruflichen Entwicklung sowie der Entwicklung von emotionalen und sozialen Kompetenzen stehen Kinder in Regenbogenfamilien Kindern aus anderen Konstellationen in nichts nach (siehe). Denn es kommt nicht auf die Familienkonstellation oder das Geschlecht der Eltern an, entscheidend ist die Beziehungsqualität in der Familie.

Constanze Körner
LSVD-Regenbogenfamilienzentrum Berlin
www.regenbogenfamilienzentrum.de

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Viele Wege führen zur Regenbogenfamilie

(c) LSVDImmer mehr Lesben und Schwule entscheiden sich dafür, leibliche Kinder zu bekommen oder Kinder bei sich aufzunehmen, um mit ihnen als Familie zu leben. Viele Wege führen zur Regenbogenfamilie und Regenbogenfamilie ist nicht gleich Regenbogenfamilie. Sie unterscheiden sich bisweilen erheblich in ihren Entstehungsdynamiken, ihren rechtlichen Absicherungen und in der gesellschaftlichen Wahrnehmung.

So ist das deutsche Familienrecht nicht darauf ausgelegt, dass es gleichgeschlechtliche oder mehr als zwei Elternteile geben kann. Allerdings wurde der Gesetzgeber in den letzten Jahren wiederholt vom Bundesverfassungsgericht aufgefordert, Regenbogenfamilien anzuerkennen und eingetragene Lebenspartnerschaften mit der Ehe gleichzustellen. Im Urteil zur Sukzessivadoption wurde dabei betont, dass Regenbogenfamilien den Schutz durch Art. 6 GG genießen.

Regenbogenfamilien mit Kindern aus heterosexuellen Beziehungen
Viele Regenbogenfamilien entstehen dadurch, dass ein leibliches Elternteil nach einem späten Coming-out eine neue gleichgeschlechtliche Beziehung eingeht. Mit der Möglichkeit der Stiefkindadoption (2005) kann in Eingetragenen Lebenspartnerschaften die neue Partnerin bzw. der neue Partner die leiblichen Kinder der Partnerin bzw. des Partners annehmen. Dafür braucht es die Zustimmung des anderen leiblichen Elternteils, da dessen rechtliches Verwandtschaftsverhältnis mit dem Kind dann erlischt. Nicht selten werden in die neuen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften weitere gemeinsam gewünschte Kinder geboren.

Erfüllung des Kinderwunsches mit anonymer Samenspende
Lesbische Frauen erfüllen sich ihren Kinderwunsch häufig mit Hilfe eines anonymen Samenspenders und entscheiden sich für die Unterstützung durch eine Samenbank und ärztliches Personal. In Deutschland wird das regional unterschiedlich umgesetzt und (damit) kompliziert. Es gibt zwar kein offizielles Verbot. Doch die Bundesärztekammer empfiehlt in ihren „Richtlinien zur assistierten Reproduktion“ von 2006, dass nur heterosexuellen verheirateten Frauen auf diesem Wege geholfen werden sollte (siehe). Zudem werden die Kosten nur bei verheirateten Paaren von der Krankenkasse übernommen. Viele Frauen fahren deshalb zum Beispiel in die Niederlande, nach Dänemark oder Spanien, wo es längst einen freien Zugang zur Reproduktionsmedizin gibt. Aufgrund der nach wie vor fehlenden Gleichstellung im Abstammungsrecht ist nach der Geburt nur die leibliche auch rechtliche Mutter. Ihre Lebenspartnerin wird im zeitaufwendigem wie bürokratischen Prozess der Stiefkindadoption geprüft. So kann es bis zu einem Jahr dauern, bis das gemeinsam geplante Wunschkind auch zwei sorgeberechtigte Eltern hat. Die Kinder können in der Regel mit 18 Jahren erfahren, wer der genetische Erzeuger ist.

Pflegefamilien
Es gibt Kinder, die aus verschiedensten Gründen nicht in ihren Herkunftsfamilien bleiben können und ein neues Zuhause suchen. Das Pflegekinderwesen ist kommunal geregelt und so werden inzwischen in mehreren Bundesländern Lesben und Schwule aktiv als mögliche Pflegefamilien angesprochen. Insbesondere für Schwule, die biologisch und rechtlich weniger Möglichkeiten haben mit leiblichen Kindern zu leben, ist dies eine Möglichkeit, Familie zu sein. Wenn Lesben und Schwule ein oder mehrere Pflegekinder aufnehmen, so ist dies in der Regel auf Dauer angelegt und kann unter Umständen zu einer Adoption des Pflegekindes führen. Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sukzessivadoption (2013) (siehe) können auch nichtleibliche Kinder des Lebenspartners bzw. der Lebenspartnerin angenommen werden.

Adoption eines nichtleiblichen Kindes
Einen Kinderwunsch durch (die) Adoption eines nichtleiblichen Kindes umzusetzen, gestaltet sich im In– und Ausland derzeit als äußerst schwierig. Im Ausland gibt es nur wenige Agenturen, die mit gleichgeschlechtlichen Paaren zusammenarbeiten wollen. In Deutschland stellt sich die Regierungspartei CDU/CSU mit Bundeskanzlerin Merkel nach wie vor gegen ein gemeinsames Adoptionsrecht (siehe). Auch bei vielen zuständigen Behörden ist der Vorbehalt noch sehr groß. Allerdings gibt es auch in Deutschland einzelne Agenturen, die Lesben und Schwule bei Auslandsadoptionen begleiten.

Regenbogenfamilien in Mehrelternmodellen
Immer mehr Lesben und Schwule leben auch gemeinsam neue Familienmodelle. So können sich etwa zwei Mütter und ein Vater, zwei Väter und eine Mutter oder zwei Mütter und zwei Väter gemeinsam um ein Kind kümmern. In diesen Konstellationen gibt es viele Möglichkeiten, wie biologische, rechtliche und soziale Elternschaft entschieden und gelebt werden. Viele lesbische Frauen wünschen sich für ihr Kind einen präsenten Vater und suchen einen schwulen Mann oder ein schwules Paar. Je nachdem, auf welcher rechtlichen Basis der Vater seine Elternrolle leben möchte, kann durch die nichtleibliche Mutter eine Stiefkindadoption mit Einwilligung des Vaters vorgenommen werden. Der biologische Vater gibt in dem Fall das Kind zur Adoption für die Lebenspartnerin der leiblichen Mutter frei. Für viele Regenbogenfamilien ist dies ein optimaler Weg. Der Vater kann als sozialer Vater an der Familie beteiligt bleiben, aber die Entscheidungen und das Lebensumfeld des Kindes liegen in der Regel bei den Müttern. In den Fällen, in denen alle gleichberechtigt rechtliche Eltern sein wollen, wird es komplizierter, da das Familienrecht insgesamt nur zwei rechtliche Eltern vorsieht. Um einen Ausgleich zwischen den beteiligten Eltern zu schaffen, kann eine Variante gewählt werden, die für die nichtleibliche Mutter in der Eingetragenen Lebenspartnerschaft das kleine Sorgerecht, also die Alltagssorge, vorsieht. In diesem Fall kann der Vater die Vaterschaft mit Unterhaltspflicht und Umgangsrecht anerkennen.

Ausnahmslos sind Kinder in Regenbogenfamilien Wunschkinder. Laut einer durch das Bundesministerium für Justiz beauftragten und von Martina Rupp durchgeführten Studie zur „Lebenssituation von Kindern in Eingetragenen Lebenspartnerschaften“ haben sie alle Chancen und Möglichkeiten. Hinsichtlich Persönlichkeitsentwicklung, der schulischen und beruflichen Entwicklung sowie der Entwicklung von emotionalen und sozialen Kompetenzen stehen Kinder in Regenbogenfamilien Kindern aus anderen Konstellationen in nichts nach (siehe). Denn es kommt nicht auf die Familienkonstellation oder das Geschlecht der Eltern an, entscheidend ist die Beziehungsqualität in der Familie.

Constanze Körner
LSVD-Regenbogenfamilienzentrum Berlin
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Viele Wege führen zur Regenbogenfamilie

(c) LSVDImmer mehr Lesben und Schwule entscheiden sich dafür, leibliche Kinder zu bekommen oder Kinder bei sich aufzunehmen, um mit ihnen als Familie zu leben. Viele Wege führen zur Regenbogenfamilie und Regenbogenfamilie ist nicht gleich Regenbogenfamilie. Sie unterscheiden sich bisweilen erheblich in ihren Entstehungsdynamiken, ihren rechtlichen Absicherungen und in der gesellschaftlichen Wahrnehmung.

So ist das deutsche Familienrecht nicht darauf ausgelegt, dass es gleichgeschlechtliche oder mehr als zwei Elternteile geben kann. Allerdings wurde der Gesetzgeber in den letzten Jahren wiederholt vom Bundesverfassungsgericht aufgefordert, Regenbogenfamilien anzuerkennen und eingetragene Lebenspartnerschaften mit der Ehe gleichzustellen. Im Urteil zur Sukzessivadoption wurde dabei betont, dass Regenbogenfamilien den Schutz durch Art. 6 GG genießen.

Regenbogenfamilien mit Kindern aus heterosexuellen Beziehungen
Viele Regenbogenfamilien entstehen dadurch, dass ein leibliches Elternteil nach einem späten Coming-out eine neue gleichgeschlechtliche Beziehung eingeht. Mit der Möglichkeit der Stiefkindadoption (2005) kann in Eingetragenen Lebenspartnerschaften die neue Partnerin bzw. der neue Partner die leiblichen Kinder der Partnerin bzw. des Partners annehmen. Dafür braucht es die Zustimmung des anderen leiblichen Elternteils, da dessen rechtliches Verwandtschaftsverhältnis mit dem Kind dann erlischt. Nicht selten werden in die neuen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften weitere gemeinsam gewünschte Kinder geboren.

Erfüllung des Kinderwunsches mit anonymer Samenspende
Lesbische Frauen erfüllen sich ihren Kinderwunsch häufig mit Hilfe eines anonymen Samenspenders und entscheiden sich für die Unterstützung durch eine Samenbank und ärztliches Personal. In Deutschland wird das regional unterschiedlich umgesetzt und (damit) kompliziert. Es gibt zwar kein offizielles Verbot. Doch die Bundesärztekammer empfiehlt in ihren „Richtlinien zur assistierten Reproduktion“ von 2006, dass nur heterosexuellen verheirateten Frauen auf diesem Wege geholfen werden sollte (siehe). Zudem werden die Kosten nur bei verheirateten Paaren von der Krankenkasse übernommen. Viele Frauen fahren deshalb zum Beispiel in die Niederlande, nach Dänemark oder Spanien, wo es längst einen freien Zugang zur Reproduktionsmedizin gibt. Aufgrund der nach wie vor fehlenden Gleichstellung im Abstammungsrecht ist nach der Geburt nur die leibliche auch rechtliche Mutter. Ihre Lebenspartnerin wird im zeitaufwendigem wie bürokratischen Prozess der Stiefkindadoption geprüft. So kann es bis zu einem Jahr dauern, bis das gemeinsam geplante Wunschkind auch zwei sorgeberechtigte Eltern hat. Die Kinder können in der Regel mit 18 Jahren erfahren, wer der genetische Erzeuger ist.

Pflegefamilien
Es gibt Kinder, die aus verschiedensten Gründen nicht in ihren Herkunftsfamilien bleiben können und ein neues Zuhause suchen. Das Pflegekinderwesen ist kommunal geregelt und so werden inzwischen in mehreren Bundesländern Lesben und Schwule aktiv als mögliche Pflegefamilien angesprochen. Insbesondere für Schwule, die biologisch und rechtlich weniger Möglichkeiten haben mit leiblichen Kindern zu leben, ist dies eine Möglichkeit, Familie zu sein. Wenn Lesben und Schwule ein oder mehrere Pflegekinder aufnehmen, so ist dies in der Regel auf Dauer angelegt und kann unter Umständen zu einer Adoption des Pflegekindes führen. Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sukzessivadoption (2013) (siehe) können auch nichtleibliche Kinder des Lebenspartners bzw. der Lebenspartnerin angenommen werden.

Adoption eines nichtleiblichen Kindes
Einen Kinderwunsch durch (die) Adoption eines nichtleiblichen Kindes umzusetzen, gestaltet sich im In– und Ausland derzeit als äußerst schwierig. Im Ausland gibt es nur wenige Agenturen, die mit gleichgeschlechtlichen Paaren zusammenarbeiten wollen. In Deutschland stellt sich die Regierungspartei CDU/CSU mit Bundeskanzlerin Merkel nach wie vor gegen ein gemeinsames Adoptionsrecht (siehe). Auch bei vielen zuständigen Behörden ist der Vorbehalt noch sehr groß. Allerdings gibt es auch in Deutschland einzelne Agenturen, die Lesben und Schwule bei Auslandsadoptionen begleiten.

Regenbogenfamilien in Mehrelternmodellen
Immer mehr Lesben und Schwule leben auch gemeinsam neue Familienmodelle. So können sich etwa zwei Mütter und ein Vater, zwei Väter und eine Mutter oder zwei Mütter und zwei Väter gemeinsam um ein Kind kümmern. In diesen Konstellationen gibt es viele Möglichkeiten, wie biologische, rechtliche und soziale Elternschaft entschieden und gelebt werden. Viele lesbische Frauen wünschen sich für ihr Kind einen präsenten Vater und suchen einen schwulen Mann oder ein schwules Paar. Je nachdem, auf welcher rechtlichen Basis der Vater seine Elternrolle leben möchte, kann durch die nichtleibliche Mutter eine Stiefkindadoption mit Einwilligung des Vaters vorgenommen werden. Der biologische Vater gibt in dem Fall das Kind zur Adoption für die Lebenspartnerin der leiblichen Mutter frei. Für viele Regenbogenfamilien ist dies ein optimaler Weg. Der Vater kann als sozialer Vater an der Familie beteiligt bleiben, aber die Entscheidungen und das Lebensumfeld des Kindes liegen in der Regel bei den Müttern. In den Fällen, in denen alle gleichberechtigt rechtliche Eltern sein wollen, wird es komplizierter, da das Familienrecht insgesamt nur zwei rechtliche Eltern vorsieht. Um einen Ausgleich zwischen den beteiligten Eltern zu schaffen, kann eine Variante gewählt werden, die für die nichtleibliche Mutter in der Eingetragenen Lebenspartnerschaft das kleine Sorgerecht, also die Alltagssorge, vorsieht. In diesem Fall kann der Vater die Vaterschaft mit Unterhaltspflicht und Umgangsrecht anerkennen.

Ausnahmslos sind Kinder in Regenbogenfamilien Wunschkinder. Laut einer durch das Bundesministerium für Justiz beauftragten und von Martina Rupp durchgeführten Studie zur „Lebenssituation von Kindern in Eingetragenen Lebenspartnerschaften“ haben sie alle Chancen und Möglichkeiten. Hinsichtlich Persönlichkeitsentwicklung, der schulischen und beruflichen Entwicklung sowie der Entwicklung von emotionalen und sozialen Kompetenzen stehen Kinder in Regenbogenfamilien Kindern aus anderen Konstellationen in nichts nach (siehe). Denn es kommt nicht auf die Familienkonstellation oder das Geschlecht der Eltern an, entscheidend ist die Beziehungsqualität in der Familie.

Constanze Körner
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Immer mehr Lesben und Schwule entscheiden sich dafür, leibliche Kinder zu bekommen oder Kinder bei sich aufzunehmen, um mit ihnen als Familie zu leben. Viele Wege führen zur Regenbogenfamilie und Regenbogenfamilie ist nicht gleich Regenbogenfamilie. Sie unterscheiden sich bisweilen erheblich in ihren Entstehungsdynamiken, ihren rechtlichen Absicherungen und in der gesellschaftlichen Wahrnehmung.

So ist das deutsche Familienrecht nicht darauf ausgelegt, dass es gleichgeschlechtliche oder mehr als zwei Elternteile geben kann. Allerdings wurde der Gesetzgeber in den letzten Jahren wiederholt vom Bundesverfassungsgericht aufgefordert, Regenbogenfamilien anzuerkennen und eingetragene Lebenspartnerschaften mit der Ehe gleichzustellen. Im Urteil zur Sukzessivadoption wurde dabei betont, dass Regenbogenfamilien den Schutz durch Art. 6 GG genießen.

Regenbogenfamilien mit Kindern aus heterosexuellen Beziehungen
Viele Regenbogenfamilien entstehen dadurch, dass ein leibliches Elternteil nach einem späten Coming-out eine neue gleichgeschlechtliche Beziehung eingeht. Mit der Möglichkeit der Stiefkindadoption (2005) kann in Eingetragenen Lebenspartnerschaften die neue Partnerin bzw. der neue Partner die leiblichen Kinder der Partnerin bzw. des Partners annehmen. Dafür braucht es die Zustimmung des anderen leiblichen Elternteils, da dessen rechtliches Verwandtschaftsverhältnis mit dem Kind dann erlischt. Nicht selten werden in die neuen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften weitere gemeinsam gewünschte Kinder geboren.

Erfüllung des Kinderwunsches mit anonymer Samenspende
Lesbische Frauen erfüllen sich ihren Kinderwunsch häufig mit Hilfe eines anonymen Samenspenders und entscheiden sich für die Unterstützung durch eine Samenbank und ärztliches Personal. In Deutschland wird das regional unterschiedlich umgesetzt und (damit) kompliziert. Es gibt zwar kein offizielles Verbot. Doch die Bundesärztekammer empfiehlt in ihren „Richtlinien zur assistierten Reproduktion“ von 2006, dass nur heterosexuellen verheirateten Frauen auf diesem Wege geholfen werden sollte (siehe). Zudem werden die Kosten nur bei verheirateten Paaren von der Krankenkasse übernommen. Viele Frauen fahren deshalb zum Beispiel in die Niederlande, nach Dänemark oder Spanien, wo es längst einen freien Zugang zur Reproduktionsmedizin gibt. Aufgrund der nach wie vor fehlenden Gleichstellung im Abstammungsrecht ist nach der Geburt nur die leibliche auch rechtliche Mutter. Ihre Lebenspartnerin wird im zeitaufwendigem wie bürokratischen Prozess der Stiefkindadoption geprüft. So kann es bis zu einem Jahr dauern, bis das gemeinsam geplante Wunschkind auch zwei sorgeberechtigte Eltern hat. Die Kinder können in der Regel mit 18 Jahren erfahren, wer der genetische Erzeuger ist.

Pflegefamilien
Es gibt Kinder, die aus verschiedensten Gründen nicht in ihren Herkunftsfamilien bleiben können und ein neues Zuhause suchen. Das Pflegekinderwesen ist kommunal geregelt und so werden inzwischen in mehreren Bundesländern Lesben und Schwule aktiv als mögliche Pflegefamilien angesprochen. Insbesondere für Schwule, die biologisch und rechtlich weniger Möglichkeiten haben mit leiblichen Kindern zu leben, ist dies eine Möglichkeit, Familie zu sein. Wenn Lesben und Schwule ein oder mehrere Pflegekinder aufnehmen, so ist dies in der Regel auf Dauer angelegt und kann unter Umständen zu einer Adoption des Pflegekindes führen. Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sukzessivadoption (2013) (siehe) können auch nichtleibliche Kinder des Lebenspartners bzw. der Lebenspartnerin angenommen werden.

Adoption eines nichtleiblichen Kindes
Einen Kinderwunsch durch (die) Adoption eines nichtleiblichen Kindes umzusetzen, gestaltet sich im In– und Ausland derzeit als äußerst schwierig. Im Ausland gibt es nur wenige Agenturen, die mit gleichgeschlechtlichen Paaren zusammenarbeiten wollen. In Deutschland stellt sich die Regierungspartei CDU/CSU mit Bundeskanzlerin Merkel nach wie vor gegen ein gemeinsames Adoptionsrecht (siehe). Auch bei vielen zuständigen Behörden ist der Vorbehalt noch sehr groß. Allerdings gibt es auch in Deutschland einzelne Agenturen, die Lesben und Schwule bei Auslandsadoptionen begleiten.

Regenbogenfamilien in Mehrelternmodellen
Immer mehr Lesben und Schwule leben auch gemeinsam neue Familienmodelle. So können sich etwa zwei Mütter und ein Vater, zwei Väter und eine Mutter oder zwei Mütter und zwei Väter gemeinsam um ein Kind kümmern. In diesen Konstellationen gibt es viele Möglichkeiten, wie biologische, rechtliche und soziale Elternschaft entschieden und gelebt werden. Viele lesbische Frauen wünschen sich für ihr Kind einen präsenten Vater und suchen einen schwulen Mann oder ein schwules Paar. Je nachdem, auf welcher rechtlichen Basis der Vater seine Elternrolle leben möchte, kann durch die nichtleibliche Mutter eine Stiefkindadoption mit Einwilligung des Vaters vorgenommen werden. Der biologische Vater gibt in dem Fall das Kind zur Adoption für die Lebenspartnerin der leiblichen Mutter frei. Für viele Regenbogenfamilien ist dies ein optimaler Weg. Der Vater kann als sozialer Vater an der Familie beteiligt bleiben, aber die Entscheidungen und das Lebensumfeld des Kindes liegen in der Regel bei den Müttern. In den Fällen, in denen alle gleichberechtigt rechtliche Eltern sein wollen, wird es komplizierter, da das Familienrecht insgesamt nur zwei rechtliche Eltern vorsieht. Um einen Ausgleich zwischen den beteiligten Eltern zu schaffen, kann eine Variante gewählt werden, die für die nichtleibliche Mutter in der Eingetragenen Lebenspartnerschaft das kleine Sorgerecht, also die Alltagssorge, vorsieht. In diesem Fall kann der Vater die Vaterschaft mit Unterhaltspflicht und Umgangsrecht anerkennen.

Ausnahmslos sind Kinder in Regenbogenfamilien Wunschkinder. Laut einer durch das Bundesministerium für Justiz beauftragten und von Martina Rupp durchgeführten Studie zur „Lebenssituation von Kindern in Eingetragenen Lebenspartnerschaften“ haben sie alle Chancen und Möglichkeiten. Hinsichtlich Persönlichkeitsentwicklung, der schulischen und beruflichen Entwicklung sowie der Entwicklung von emotionalen und sozialen Kompetenzen stehen Kinder in Regenbogenfamilien Kindern aus anderen Konstellationen in nichts nach (siehe). Denn es kommt nicht auf die Familienkonstellation oder das Geschlecht der Eltern an, entscheidend ist die Beziehungsqualität in der Familie.

Constanze Körner
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Rückblick und Ausblick

Das Lebenspartnerschaftsgesetz

Am 01.08.2001 trat das Lebenspartnerschaftsgesetz in Kraft. Erstmals in der Geschichte unseres Landes konnten gleichgeschlechtliche Paare eine rechtlich anerkannte Verbindung eingehen. 

Aber das Lebenspartnerschaftsgesetz war nur ein Torso. Wegen des Widerstandes von CDU/CSU und FDP hatte die damalige rot-grüne Koalition den ursprünglichen Gesetzentwurf während der parlamentarischen Beratungen in zwei Teile aufgeteilt. Der erste Teil, das Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG), enthielt alle Regelungen, denen der von der CDU/CSU beherrschte Bundesrat nicht zuzustimmen brauchte; der zweit Teil, das Lebenspartnerschaftsgesetzergänzungsgesetz (LPartGErgG), enthielt die zustimmungsbedürftigen Vorschriften. Der Bundesrat legte gegen das LPartG keinen Einspruch ein. Es wurde am 22.02.2001 im Bundesgesetzblatt verkündet und trat am 01.08.2001 in Kraft. Dem LPartGErgG hatte der Bundesrat erwartungsgemäß am 01.12.2000 die Zustimmung versagt. Der Bundestag rief daraufhin den Vermittlungsausschuss an. Dort blockierte die CDU/CSU die Beratungen, so dass das LPartGErgG bis zum Ende der Wahlperiode nicht mehr verabschiedet werden konnte.

Infolgedessen hatten Lebenspartner zunächst zwar dieselben Verpflichtungen wie Ehegatten, aber kaum Rechte. Das hat sich inzwischen grundlegend geändert. Lebenspartner sind heute in allen Rechtsbereichen mit Ehegatten gleichgestellt, ausgenommen das Einkomensteuerrecht und das Adoptionsrecht.

Die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts   

Dazu hat die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts wesentlich mit beigetragen.

Die Länder Sachsen, Thüringen und Bayern hatten beim Bundesverfassungsgericht beantragt, es solle die Unvereinbarkeit des LPartG mit Art. 6 Abs. 1 GG (Schutz von Ehe und Familie) feststellen. Sachsen und Thüringen hatten außerdem beantragt, das Bundesverfassungsgericht solle das Inkrafttreten des LPartG durch eine einstweilige Anordnung vorerst stoppen. Beide Anträge sind vom Bundesverfassungsgericht abgelehnt worden.

Mit Urteil vom 17.07.2002 (1 BvF 1 u. 2/01 juris) hat das Bundesverfassungsgericht das LPartG gebilligt und festgestellt: „Der besondere Schutz der Ehe in Art. 6 Abs. 1 GG hindert den Gesetzgeber nicht, für die gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaft Rechte und Pflichten vorzusehen, die denen der Ehe gleich oder nahe kommen. Dem Institut der Ehe drohen keine Einbußen durch ein Institut, das sich an Personen wendet, die miteinander keine Ehe eingehen können.“

Offen geblieben war in dem Urteil die Frage, ob Benachteiligungen von Lebenspartnern im Vergleich zu Ehegatten mit Art. 6 Abs. 1 GG gerechtfertigt werden können. Das wurde von fast allen Gerichten mit der Begründung bejaht, dass der Gesetzgeber die Ehe fördern und besser behandeln dürfe als Lebenspartnerschaften, weil nur die Ehe grundgesetzlich geschützt sei. Ehe und Lebenspartnerschaft seien nicht vergleichbar, weil Ehen typischerweise zur Gründung einer Familie mit Kindern führen, Lebenspartnerschaften hingegen typischerweise nicht.

Diese Begründung hat das Bundesverfassungsgericht mit vier Urteilen zurückgewiesen und festgestellt: “Geht die Privilegierung der Ehe mit einer Benachteiligung anderer, in vergleichbarer Weise rechtlich verbindlich verfasster Lebensformen einher, obgleich diese nach dem geregelten Lebenssachverhalt und den mit der Normierung verfolgten Zwecken vergleichbar sind, rechtfertigt der bloße Verweis auf das Schutzgebot der Ehe keine Differenzierungen. Vielmehr bedarf es in solchen Fällen jenseits der bloßen Berufung auf Art. 6 Abs. 1 GG eines hinreichend gewichtigen Sachgrundes, der gemessen am jeweiligen Regelungsgegenstand und -ziel die Benachteiligung dieser anderen Lebensformen rechtfertigt“ Mit anderen Worten: Ehen dürfen nur besser behandelt werden als Lebenspartnerschaften, wenn die Vergünstigung an das tatsächliche Vorhandensein von Kindern anknüpft.

Ausblick

Wegen der noch verbliebenen Benachteiligungen der Lebenspartner beim Einkommensteuerrecht und beim Adoptionsrecht sind bereits Verfahren beim Bundesverfassungsgericht angängig. Das Bundesverfassungsgericht wird diese Benachteiligungen mit Sicherheit ebenfalls für verfassungswidrig erklären.

Dann werden sich Lebenspartnerschaft und Ehe nur noch im Namen unterscheiden. Die logische Konsequenz ist die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule.

17. Legislaturperiode - 2009-2013

--- Initiativen der Opposition

 Entwürfe und Anträge zum Lebenspartnerschaftsgesetz:

Beratung :

Der LSVD ist ein Antidiskriminierungsverband i.S.v. § 23 AGG. Er sieht es als seine Aufgabe an, benachteiligte Lesben und Schwule zu unterstützen, wenn sie sich gegen ihre Benachteiligungen wehren und ihre Rechte einklagen wollen.

Außerdem beraten wir  Regenbogenfamilien (Stiefkindadoption usw) sowie Lesben und Schwule hinsichtlich der Lebenspartnerschaft, der Aufenthaltserlaubnis für Partner aus anderen Ländern und des Asyls für verfolgte Lesben und Schwule.

Bei sonstigen Problemen und Rechtsstreitigkeiten kann eine Beratung leider nicht erfolgen.

Ansprechpartner:

Die Beratung Benachteiligter wird zurzeit beim LSVD von unserem Vorstandsmitglied Manfred Bruns wahrgenommen, der pensionierter Jurist ist.

Seine Anschrift lautet:

Manfred Bruns
Lessingstraße 37i
76135 Karlsruhe

Tel:  0721 831 79 53
Fax: 0721 831 79 55
E-Mail: recht@lsvd.de

Telefonische und schriftliche Beratung:

Die Beratung kann telefonisch oder schriftlich erfolgen.

Telefonisch ist Manfred Bruns am besten morgens zwischen 09:00 Uhr und 13:00 Uhr und abends zwischen 17:00 Uhr und 22:00 Uhr zu erreichen. Allerdings ist Manfred Bruns auch oft unterwegs. Dann sprechen Sie bitte eine Nachricht auf seinen Anrufbeantworter. Er ruft dann zurück.

Manfred Bruns ist gern bereit, Ihre Anträge, Schriftsätze, Einsprüche und Klagen gegenzulesen, bevor Sie sie absenden  bzw. Ihnen einen entsprechenden Entwurf zu übersenden. 

Am einfachsten ist es für Ihn, wenn Sie ihm den Schriftwechsel, um den es geht, entweder als PDF- oder als Grafik-Datei per E-Mail an die Adresse recht@lsvd.de übersenden. Schicken Sie aber bitte die Bescheide vollständig mit. Eine umfassende Beratung ist nicht möglich, wenn Sie z.B. in den Einkommensteuerbescheiden die Zahlen abdecken.

Schicken Sie bitte Ihre eigenen Entwürfe, die überprüft werden sollen, nicht als PDF-, sondern als Textdateien. Textdateien lassen sich einfacher überarbeiten.

Wenn Ihnen die Übersendung der Vorgänge per E-Mail nicht möglich ist, übersenden Sie sie per Fax oder Briefpost.

Wir behandele alles, was Sie uns schicken, streng vertraulich.

Kosten:

Die Beratung kostet nichts. 

Wir sind natürlich froh, wenn uns die Lesben und Schwulen ihrerseits unterstützen und dem LSVD als Mitglied beitreten oder ihm eine Spende zukommen lassen. 

Die finanzielle Situation des LSVD ist nicht gut, weil er keine regelmäßige öffentliche Förderung erhält. Wir müssen deshalb unsere vielfältigen Aktivitäten mit den Mitgliedsbeiträgen bestreiten. Diese sind gering, weil die Lesben und Schwulen unsere "Dienste" zwar gern in Anspruch nehmen und unsere Aktivitäten sehr begrüßen. Es sind aber nur wenige bereit, unsere Arbeit durch Beiträge oder Spenden zu unterstützen.

Spenden sind genauso wie die Mitgliedsbeiträge steuerabzugsfähig, siehe unser Seite Spenden und Mitglied werden.

Gleiche Rechte: Wir wollen das volle Programm!

LSVD: The Lesbian and Gay Federation in GermanyLSVD: La Federación de Lesbianas y Gays en Alemania

Dafür arbeitet der LSVD erfolgreich seit vielen Jahren. Wir wollen, dass Lesben, Schwule und Transgender als selbstverständlicher Teil gesellschaftlicher Normalität respektiert und anerkannt werden. Voraussetzung dafür ist volle rechtliche Gleichstellung.

Der LSVD ist präsent in der Öffentlichkeit, den Medien und der Politik. Der LSVD nimmt Stellung und wird angehört, wenn die Belange von Lesben, Schwulen und Transgender berührt sind: von der Bundesregierung, vom Bundestag und vom Bundesverfassungsgericht. 

Homophoben Parolen und jeder Form von Diskriminierung geben wir kräftig Kontra. Wir arbeiten eng mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen zusammen, sind Mitglied bei der ILGA und dem Forum Menschenrechte. Der LSVD hat zudem offiziellen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen. 

„Unsere Reise ist nicht abgeschlossen, bis unsere schwulen und lesbischen Brüder und Schwestern vom Gesetz gleich behandelt werden wie alle anderen. Denn wenn wir wirklich gleich erschaffen sind, dann muss die Liebe, die wir einander anvertrauen, auch gleich sein.“

Barack Obama, Rede zur Inauguration vor dem Kapitol in Washington

 

Für oder gegen Gleichstellung?

Wie haben die sächsischen Abgeordneten abgestimmt?MdB_Bilanz

Im Bundestag wurden während der vergangenen Legislaturperiode Themen behandelt, die Lesben, Schwule, Bi- und Transsexuelle, Transgender und Intersexuelle (LSBTTI) betreffen, insbesondere zur Gleichstellung der eingetragenen Lebenspartnerschaften, zur Öffnung der Ehe, zum Adoptionsrecht und auch zu anderen persönlichen Lebenssituationen.

In den meisten Abstimmungen wurde das Ergebnis per Handaufheben ermittelt. In acht Fällen wurde aber namentliche Abstimmung beantragt. Dann wird im Bundestagsprotokoll dokumentiert, wie jede/r einzelne Abgeordnete votiert hat – für Gleichstellung oder für Diskriminierung.

35 Abgeordnete vertreten derzeit im Deutschen Bundestag sächsische Wahlkreise. Die meisten dieser Abgeordneten treten auch am 22. September 2013 zur Wiederwahl an.
Wir ziehen Bilanz! Wie haben sich unsere sächsischen SpitzenkandidatInnen verhalten? Wer war bei den namentlichen Abstimmungen anwesend? Wer hat gegen die Linien der eigenen Fraktion votiert? Gibt es gar Abgeordnete, die ständig bei solchen Entscheidungen fehlen?

Wir geben die Antwort auf alle diese Fragen, denn in unserer Aufstellung finden Sie die Namen aller Abgeordneten aller sächsischen Wahlkreise und ihr Abstimmungsverhalten.

So können Sie ganz individuell für Ihren Wahlkreis prüfen, wer verlässlich für gesellschaftliche Gleichstellung eintritt oder für weitere Diskriminierung steht.

 
 

Immer mehr Lesben und Schwule entscheiden sich dafür, leibliche Kinder zu bekommen oder Kinder bei sich aufzunehmen, um mit ihnen als Familie zu leben. Viele Wege führen zur Regenbogenfamilie und Regenbogenfamilie ist nicht gleich Regenbogenfamilie. Sie unterscheiden sich bisweilen erheblich in ihren Entstehungsdynamiken, ihren rechtlichen Absicherungen und in der gesellschaftlichen Wahrnehmung.

So ist das deutsche Familienrecht nicht darauf ausgelegt, dass es gleichgeschlechtliche oder mehr als zwei Elternteile geben kann. Allerdings wurde der Gesetzgeber in den letzten Jahren wiederholt vom Bundesverfassungsgericht aufgefordert, Regenbogenfamilien anzuerkennen und eingetragene Lebenspartnerschaften mit der Ehe gleichzustellen. Im Urteil zur Sukzessivadoption wurde dabei betont, dass Regenbogenfamilien den Schutz durch Art. 6 GG genießen.

Regenbogenfamilien mit Kindern aus heterosexuellen Beziehungen
Viele Regenbogenfamilien entstehen dadurch, dass ein leibliches Elternteil nach einem späten Coming-out eine neue gleichgeschlechtliche Beziehung eingeht. Mit der Möglichkeit der Stiefkindadoption (2005) kann in Eingetragenen Lebenspartnerschaften die neue Partnerin bzw. der neue Partner die leiblichen Kinder der Partnerin bzw. des Partners annehmen. Dafür braucht es die Zustimmung des anderen leiblichen Elternteils, da dessen rechtliches Verwandtschaftsverhältnis mit dem Kind dann erlischt. Nicht selten werden in die neuen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften weitere gemeinsam gewünschte Kinder geboren.

Erfüllung des Kinderwunsches mit anonymer Samenspende
Lesbische Frauen erfüllen sich ihren Kinderwunsch häufig mit Hilfe eines anonymen Samenspenders und entscheiden sich für die Unterstützung durch eine Samenbank und ärztliches Personal. In Deutschland wird das regional unterschiedlich umgesetzt und (damit) kompliziert. Es gibt zwar kein offizielles Verbot. Doch die Bundesärztekammer empfiehlt in ihren „Richtlinien zur assistierten Reproduktion“ von 2006, dass nur heterosexuellen verheirateten Frauen auf diesem Wege geholfen werden sollte (siehe). Zudem werden die Kosten nur bei verheirateten Paaren von der Krankenkasse übernommen. Viele Frauen fahren deshalb zum Beispiel in die Niederlande, nach Dänemark oder Spanien, wo es längst einen freien Zugang zur Reproduktionsmedizin gibt. Aufgrund der nach wie vor fehlenden Gleichstellung im Abstammungsrecht ist nach der Geburt nur die leibliche auch rechtliche Mutter. Ihre Lebenspartnerin wird im zeitaufwendigem wie bürokratischen Prozess der Stiefkindadoption geprüft. So kann es bis zu einem Jahr dauern, bis das gemeinsam geplante Wunschkind auch zwei sorgeberechtigte Eltern hat. Die Kinder können in der Regel mit 18 Jahren erfahren, wer der genetische Erzeuger ist.

Pflegefamilien
Es gibt Kinder, die aus verschiedensten Gründen nicht in ihren Herkunftsfamilien bleiben können und ein neues Zuhause suchen. Das Pflegekinderwesen ist kommunal geregelt und so werden inzwischen in mehreren Bundesländern Lesben und Schwule aktiv als mögliche Pflegefamilien angesprochen. Insbesondere für Schwule, die biologisch und rechtlich weniger Möglichkeiten haben mit leiblichen Kindern zu leben, ist dies eine Möglichkeit, Familie zu sein. Wenn Lesben und Schwule ein oder mehrere Pflegekinder aufnehmen, so ist dies in der Regel auf Dauer angelegt und kann unter Umständen zu einer Adoption des Pflegekindes führen. Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sukzessivadoption (2013) (siehe) können auch nichtleibliche Kinder des Lebenspartners bzw. der Lebenspartnerin angenommen werden.

Adoption eines nichtleiblichen Kindes
Einen Kinderwunsch durch (die) Adoption eines nichtleiblichen Kindes umzusetzen, gestaltet sich im In– und Ausland derzeit als äußerst schwierig. Im Ausland gibt es nur wenige Agenturen, die mit gleichgeschlechtlichen Paaren zusammenarbeiten wollen. In Deutschland stellt sich die Regierungspartei CDU/CSU mit Bundeskanzlerin Merkel nach wie vor gegen ein gemeinsames Adoptionsrecht (siehe). Auch bei vielen zuständigen Behörden ist der Vorbehalt noch sehr groß. Allerdings gibt es auch in Deutschland einzelne Agenturen, die Lesben und Schwule bei Auslandsadoptionen begleiten.

Regenbogenfamilien in Mehrelternmodellen
Immer mehr Lesben und Schwule leben auch gemeinsam neue Familienmodelle. So können sich etwa zwei Mütter und ein Vater, zwei Väter und eine Mutter oder zwei Mütter und zwei Väter gemeinsam um ein Kind kümmern. In diesen Konstellationen gibt es viele Möglichkeiten, wie biologische, rechtliche und soziale Elternschaft entschieden und gelebt werden. Viele lesbische Frauen wünschen sich für ihr Kind einen präsenten Vater und suchen einen schwulen Mann oder ein schwules Paar. Je nachdem, auf welcher rechtlichen Basis der Vater seine Elternrolle leben möchte, kann durch die nichtleibliche Mutter eine Stiefkindadoption mit Einwilligung des Vaters vorgenommen werden. Der biologische Vater gibt in dem Fall das Kind zur Adoption für die Lebenspartnerin der leiblichen Mutter frei. Für viele Regenbogenfamilien ist dies ein optimaler Weg. Der Vater kann als sozialer Vater an der Familie beteiligt bleiben, aber die Entscheidungen und das Lebensumfeld des Kindes liegen in der Regel bei den Müttern. In den Fällen, in denen alle gleichberechtigt rechtliche Eltern sein wollen, wird es komplizierter, da das Familienrecht insgesamt nur zwei rechtliche Eltern vorsieht. Um einen Ausgleich zwischen den beteiligten Eltern zu schaffen, kann eine Variante gewählt werden, die für die nichtleibliche Mutter in der Eingetragenen Lebenspartnerschaft das kleine Sorgerecht, also die Alltagssorge, vorsieht. In diesem Fall kann der Vater die Vaterschaft mit Unterhaltspflicht und Umgangsrecht anerkennen.

Ausnahmslos sind Kinder in Regenbogenfamilien Wunschkinder. Laut einer durch das Bundesministerium für Justiz beauftragten und von Martina Rupp durchgeführten Studie zur „Lebenssituation von Kindern in Eingetragenen Lebenspartnerschaften“ haben sie alle Chancen und Möglichkeiten. Hinsichtlich Persönlichkeitsentwicklung, der schulischen und beruflichen Entwicklung sowie der Entwicklung von emotionalen und sozialen Kompetenzen stehen Kinder in Regenbogenfamilien Kindern aus anderen Konstellationen in nichts nach (siehe). Denn es kommt nicht auf die Familienkonstellation oder das Geschlecht der Eltern an, entscheidend ist die Beziehungsqualität in der Familie.

Constanze Körner
LSVD-Regenbogenfamilienzentrum Berlin
www.regenbogenfamilienzentrum.de

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Öffnung der Ehe

 

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  • Arte videos: Faktencheck Homo-Ehe - Einen gleichgeschlechtlichen Partner heiraten – wo geht das in Europa? 

 1.000.000 Unterschriften

für die Legalisierung der Ehe von Homosexuellen in der gesamten Europäischen Union

ExpoGays.com fördert die Sammlung von Unterstützungsbeurkundungen für die Gründung einer Bürgerinitiative, mit deren Hilfe bei den zuständigen Stellen der Europäischen Union beantragt werden soll, die Diskriminierung von Personen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung im Zusammenhang mit Eheschließungen endgültig zu beenden. Wenn Sie Bürger der Europäischen Union sind, können Sie die Initiative unterstützen. Füllen Sie einfach nur nachstehend das kurze Formular aus.

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